Besser gesagt, einen kleinen Hahn.
Das mit dem Geschlecht war mir aber nicht bewusst, er ist schließlich noch recht klein. Das wurde mir schließlich gestern mitgeteilt.
Emanzipatorisch betrachtet, ist das aber auch gut so. Gleichberechtigung für beide Geschlechter
Es hieß erst Laura, nun heißt es Laurenzo und hat schwarze, beige, graue und braune Federn.
Laurenzo lebt mit anderen Hühnern zusammen, die alle einen Paten haben, der sie für 6 US $ angeschafft hat. Darunter ich. Dafür lebt Laurenzo nun glücklich mit seinen Frauen bei Los Pipitos. Nicht ganz so feministisch ist allerdings, dass Laurenzo ein Pascha mit gleich mehreren Frauen ist.
Los Pipitos ist eine national existierende Schule für Kinder und junge Erwachsene mit Behinderung (siehe frühere Artikel). Neben einer Schreinerei, eines Schulgartens mit tropischen Pflanzen und Bäumen, einer Kerzengießerei, der Schulküche, einer Handarbeits- Werkstatt usw. gibt es nun auch den Hühnerstall wo die Schüler von Los Pipitos lernen und arbeiten.Außerdem habe ich gestern schöne, bunte, duftende Kerzen gekauft, die die Jugendlichen bei Los Pipitos hergestellt haben und verkaufen.
Mein Hahn Laurenzo sorgt nun zum Einen dafür, dass es Eier gibt, die in der Küche verarbeitet werden, oder aber kleine Küken schlüpfen und zum Anderen, lernen die Kinder und Jugendlichen durch ihn, Verantwortung für ein Tier zu übernehmen, sei es, weil der Stall ausgemistet werden muss, oder aber, weil er Futter braucht.
Ich bin der Meinung, dass Menschen mit Behinderung (hier heißen sie Menschen mit anderen Fähigkeiten, politisch korrekt?) in der Gesellschaft eines Dritte-Welt-Landes eine noch verletzbarere Rolle einnehmen, als Frauen und Kinder.
Für letztere und deren Rechte gibt es viele verschiedene NGO´s, aber Menschen mit Behinderung haben hier nur Los Pipitos und die Hilfe von Privatpersonen, die ihren Rechten Gehör verschaffen und sie in den öffentlichen Raum stellen, sie sichtbar als Teil der Gesellschaft werden lassen. Das haben diese Menschen ihren Eltern zu verdanken, denn Los Pipitos ist eine Elternvereinigung.
Ein Problem gibt es aber dennoch. Wo sind die anderen Menschen mit Behinderung, die an einer sehr schweren körperlichen und geistigen Behinderung leiden?
Wo aber sind die Mädchen, wie meine Schwester mit Rett- Syndrom?
Entweder sie sterben wesentlich früher, weil es keine ausreichende medizinische Versorgung gibt, oder aber, sie befinden sich noch immer in einer unwürdigen Lage. Wegen fehlender Information, weil die Eltern überfordert sind, weil die Familien Angst haben und die Behinderung als eine Strafe Gottes ansehen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen