Dienstag, 20. April 2010

Willkommen Wolkenbrüche und Wasseransammlungen in meinem Zimmer

Wir haben April. Es regnet.
In Nicaragua beginnt die Regenzeit eigentlich in den letzten Maiwochen.
Allerdings regnet es seit Donnerstag, jeden Tag zum Abend hin und heute Morgen.
Wolkenbrüche. Blitze und Donner. Kälte.
Und mit Wolkenbrüche meine ich nicht die Regengüsse aus Deutschland. Regnete es so wie hier, würden die Meteologen eine Sturmwarnung herausgeben.
Und schon wieder Regen....

Es regnet übrigens auch in mein Zimmer, bzw. es tropft von der Decke.
Jetzt wache ich jeden Morgen neben einer Pfütze auf.

Und unsere Straße, die nicht asphaltiert ist, wird jedes Mal zu einem reißenden Fluss, der unüberquerbar ist. Und auch so fließen Sturzbäche die Straßen hinunter, in ganz Estelí.

Letzte Woche Donnerstag gab es den ersten Wolkenbruch. Allerdings zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, als ich hinten auf der Ladefläche eines Pick Ups saß, mit zwei Arbeitskolleginnen.

Herzlichen Glückwunsch.

Durchgeweicht bis auf die Knochen. Alle unsere Arbeitsmaterialien durchgeweicht. Eine Kälte. Dunkelheit. Blitze. Aber anstatt zu verweifeln und zu fluchen, wie ich es in Deutschland gemacht hätte, haben wir gelacht und ins in den Arm genommen und Witze gemacht, über die vorbeifahrenden Autos und die Menschen, die im Trockenen saßen.

Was ist los? Klimawandel?
Und voraussehbar ist hier, dass der vorgezogene Regen zu dieser Zeit eine erneute Dürre ankündigt, denn in den Monaten September, Oktober und November wird es also an Regen und Feuchtigkeit fehlen, so dass die Ernte auch dies Jahr schlecht ausfällt.
Das wiederum führt zu noch höheren Lebensmittelpreisen und das in einem Entwicklungsland.
Auf der anderen Seite schafft es ja auch die Tabakindustrie immer mehr Anbauflächen aufzukaufen, so dass statt Grundnahrungsmitteln wie Mais und Bohnen, nun die sehr nahrhafte Tabakpflanze angebaut wird.
Chemikalien werden ohne Schutz gesprüht. Die Männer arbeiten von früh morgens bis spät abends und verdienen 4 US$, wenn sie Glück haben.
Anstatt zum Eigenkonsum anzubauen.

So viel zu den Wetterphänomenen.
Jetzt hat es wieder aufgehört und wird schlagartig heiß. Klasse.
Und dann fällt bestimmt auch wieder der Strom aus.

Leider hat man mir bereits letztes Jahr meinen Regenschirm geklaut.
Und ich habe auch keine Gummistiefel, aber das braucht man hier auch nicht, die Frauen laufen weiterhin in ihren hochhackigen, offenen Schuhen rum.
Das Leben nimmt weiterhin seinen gewohnten Lauf, wenn mein Hund nun auch etwas mehr stinkt, nach nassem Hund eben.

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