Dienstag, 6. Oktober 2009

Zwiegespalten.

Was ich vermisse....

... Kälte-  weil es hier jeden Tag brütend heiß ist und ich jeden Tag in langer Hose und T-Shirt arbeite.

... Regen-  weil die Regenzeit in diesem Jahr der Trockenzeit gleicht.

... Ruhe-  weil morgens um sechs Uhr die Lautstärke unerhört ist. Hunde. laute Musik. Straßenlärm. kreischende Menschen. Werkstättenlärm. Schweine. Kinder.  Ich hätte sogar gerne die Autobahn in meiner Nähe.

... eine saubere Umwelt-  weil die Menschen ihre Umgebung doch sehr stark verschmutzen. Müll. Müll. Müll.

... ab und zu warmes Wasser-  weil es morgens um sechs doch ungangenehm ist, sich unter das kalte Wasser zu stellen.

... Leitungswasser/ Trinkwasser, das nicht nach Chlor schmeckt.

... ab und zu eine Waschmaschine. Handwäsche ist anstrengend.

... Schule- .... kein Kommentar ;) Nein, weil ich z.B. die Philosophie- Stunden vermisse, die Diskussionen, die Meinungsverschiedenheiten, meine Mitschüler (einige)

... meine Freunde, meine Familie, meine Katze- weil diese doch nicht zu ersetzen sind.

... Zeit- wenn ich nicht arbeite oder schlafe oder esse, bin ich in irgendwelche Aktivitäten eingebunden. Zeit zum Nachdenken. Zeit zum Ausruhen. Zeit, um einfach nichts zu tun.

... kleine Streitigkeiten- hier hat oder musste mir bis jetzt noch niemand die Meinung sagen. ;)


Was mich hier glücklich macht...

... meine nicaraguanischen Freunde, die mich sehr herzlich aufgenommen haben.




... meine Familie, bestehend aus Gastmama und -Schwestern.

... unser Hund Ozo, der nach anfänglichen Schwierigkeiten und trotz seiner komischen Eigenheiten (er lässt sich z.B. nicht streicheln), mittlerweile nicht mehr von meiner Seite weicht und eifersüchtig ist, wenn sich gewisse Menschen nähern.




... mein Tanzkurs, der mir nach der Arbeit hilft, abzuschalten und nicht zu denken und das zu machen, was mir meine Mama in die Wiege gelegt hat. Tanzen<3

... Musik.

... die Natur. Auch wenn sie nicht immer sauber ist und nicht so geschützt wird, wie in Costa Rica, ist sie doch atemberaubend schön.

... das Bewusstsein, dass in Deutschland einige Menschen ganz fest an mich denken.

... die Menschen, die so offen und freundlich sind, wenn man sie erst einmal kennen lernt und einem fast immer direkt in die Augen schauen.

... die Lebensfreude. Auch wenn die Menschen arm sind, genießen sie ihr Leben, ohne sich ständig zu beschweren, über die schlechte wirtschaftliche oder politische Situation.

... meine Freiheit. 


... mein neues Selbstbewusstsein.


... mein neue Heimat.

1 Kommentar:

  1. ich vermisse dich.
    und was mich glücklich macht ist, dass du glücklich bist.

    ich denke fest an dich.

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